Zwei Technologien, ein Drucker-Regal
Im Markt stehen sie Seite an Seite, aber funktionieren grundlegend anders: Laserdrucker schmelzen Tonerpulver mit Hitze auf das Papier, Tintenstrahldrucker schießen winzige Tintentropfen durch feine Düsen. Beide Verfahren haben ihre Stärken, und wer die falsche Wahl trifft, zahlt jahrelang dafür.
Wie Laser funktioniert
Ein Laserstrahl belichtet eine Trommel elektrostatisch. Tonerpulver haftet an den geladenen Stellen, wird auf das Papier übertragen und durch eine Fixiereinheit mit bis zu 200 °C dauerhaft eingebrannt. Das Ergebnis: gestochen scharfer Text, wasserechte Ausdrucke und kein Eintrocknen, weil Toner ein Pulver ist.
Wie Tintenstrahler funktionieren
Winzige Druckköpfe spritzen Tinte in Pikolitern auf das Papier. Moderne Geräte haben hunderte Düsen pro Druckkopf. Der Vorteil: feine Farbverläufe, fotorealistische Bilder und eine günstigere Hardware. Der Nachteil: Tinte kann bei Nicht-Gebrauch in den Düsen eintrocknen.
Vorteile Laser
- Geschwindigkeit: 20–30 Seiten/Minute sind Standard, doppelt so schnell wie ein Einsteiger-Tintenstrahler.
- Textschärfe: Toner haftet präzise, Buchstaben wirken gedruckt, nicht gesprüht.
- Standfestigkeit: Nach drei Wochen Pause druckt ein Laser problemlos weiter, kein Reinigungszyklus, kein Tintenverbrauch beim Start.
- Niedrige Seitenkosten: Gute Laser kommen auf 1–2 Cent pro Schwarzweißseite.
- Langlebigkeit: Tonermodule halten 1.000–3.000 Seiten, teils mehr.
Vorteile Tinte
- Farbqualität: Für Fotos und farbige Grafiken ist Tinte ungeschlagen. Laser haben sichtbare Qualitätsgrenzen bei Farbverläufen.
- Günstiger Einstiegspreis: Tintengeräte gibt es ab 50–80 €, Laser starten meist bei 100 €.
- EcoTank revolutioniert die Folgekosten: Geräte wie der Epson EcoTank ET-2850 nutzen nachfüllbare Tintentanks statt teurer Patronen und drücken die Seitenkosten auf unter 0,5 Cent.
- Kompakteres Format: Viele Tintenstrahler sind flacher und leichter als Laser.
Nachteile im Überblick
Laser:
- Farblaser sind deutlich teurer (ab ~200 €) und in der Druckqualität bei Fotos immer noch schwächer als Tinte.
- Größer und schwerer, nicht ideal für kleine Schreibtische.
- Fixiereinheit erzeugt Wärme, leichter Ozongeruch möglich.
Tinte (mit Patronen):
- Patronen sind teuer, Kosten pro Seite oft 6–12 Cent.
- Bei Nicht-Gebrauch trocknen Düsen ein, der erste Druck verbraucht Tinte für Reinigungszyklen.
- Langsamer als Laser bei hohem Volumen.
Entscheidungsmatrix
| Wenn du ... | Wähle |
|---|---|
| vor allem Text und Dokumente druckst | Laser |
| wenig und unregelmäßig druckst | Laser |
| viel druckst und niedrige Kosten willst | EcoTank |
| Fotos in guter Qualität drucken willst | Tinte |
| ein günstiges Einstiegsgerät suchst | Tinte |
| im Büro schnell viele Seiten brauchst | Laser |
Sonderfall EcoTank
Der Epson EcoTank ET-2850 bricht das alte Muster auf. Als Tintenstrahler mit fest eingebautem Tank vereint er Farbfähigkeit mit Laserkosten-ähnlichen Seitenpreisen. Der höhere Kaufpreis (ca. 269 €) amortisiert sich ab etwa 100–150 Seiten pro Monat. Wer Farbe braucht und viel druckt, fährt damit besser als mit jedem Patronenmodell.
Fazit
Laser gewinnt für Text, Zuverlässigkeit und gelegentliche Nutzung. Tinte mit Tintentank gewinnt für Farbe und hohes Volumen. Patronen-Tintenstrahler gewinnt kaum noch, außer beim Kaufpreis, und das rächt sich schnell.