Der Preisabstand ist geschrumpft
Noch vor wenigen Jahren kostete ein Farblaserdrucker das Doppelte eines vergleichbaren Schwarz-Weiß-Geräts. Das hat sich verschoben. In unserer Übersicht beginnen Monochrom-Laser bei etwa 120 Euro, brauchbare Farblaser bei rund 200 Euro. Der Aufpreis liegt also eher bei 80 Euro als bei einer Verdopplung.
Damit verschiebt sich die Frage: Nicht mehr der Anschaffungspreis entscheidet, sondern der Unterhalt und der tatsächliche Bedarf.
Wo der Farblaser teuer wird
Ein Farblaserdrucker arbeitet mit vier Tonerkartuschen statt einer. Beim Nachkauf zahlt man entsprechend mehrfach, und die Kartuschen altern auch dann, wenn sie kaum genutzt werden. Wer im Jahr eine Handvoll bunter Seiten druckt, legt für diese wenigen Seiten unverhältnismäßig viel an.
Dazu kommt: Farblaser sind schwerer und größer. Die Geräte in unserer Übersicht wiegen zwischen 13 und 22 Kilogramm, Monochrom-Geräte teils unter acht. Auf einem Schreibtisch macht das einen spürbaren Unterschied.
Wann sich Farbe lohnt
Der Aufpreis rechnet sich, wenn Farbe regelmäßig gebraucht wird und nicht nur gelegentlich nett wäre:
- Präsentationen und Angebote, die nach außen gehen und ein einheitliches Erscheinungsbild brauchen
- Unterrichts- und Lernmaterial, bei dem farbige Markierungen den Inhalt tragen
- Diagramme und Auswertungen, die in Schwarz-Weiß unlesbar werden, weil sich Linien nicht mehr unterscheiden lassen
Wer dagegen überwiegend Text druckt, Rechnungen ablegt oder Formulare ausfüllt, fährt mit einem Monochrom-Gerät besser. Es ist schneller, leichter, günstiger im Unterhalt und weniger anfällig für eingetrocknete Kartuschen.
Ein häufiger Denkfehler
Viele kaufen Farbe für den seltenen Fall, dass sie gebraucht wird. In der Praxis ist der Weg über einen Copyshop oder einen Onlinedienst für ein paar Seiten im Jahr fast immer günstiger als vier Tonerkartuschen, die zwischenzeitlich altern.
Umgekehrt gilt: Wer merkt, dass er regelmäßig in den Copyshop fährt, hat den Farblaser längst bezahlt.
Die Zwischenlösung
Es gibt einen dritten Weg, der oft übersehen wird: ein günstiger Monochrom-Laser für den Alltag, ergänzt um einen Tintenstrahldrucker für die seltenen Farbseiten und Fotos. Zwei Geräte kosten zusammen häufig weniger als ein guter Farblaser und decken beide Anwendungsfälle besser ab, als ein Kompromissgerät es könnte.
Der Nachteil liegt auf der Hand: doppelter Platzbedarf und ein Tintenstrahlgerät, das bei langer Nichtnutzung eintrocknen kann. Wer den Platz hat und ohnehin gelegentlich Fotos druckt, für den ist es dennoch die flexiblere Aufteilung.